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Wissenswertes

Wie die Zeulenrodaer zu ihrem Spitznamen kamen

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Nun, vielen Zeulenrodaern und ihren Besuchern ist die Entstehung des Spitznamens aus Broschüren, Presse u.s.w. bekannt. Aber unter den älteren Bürgern unserer Stadt sind auch noch einige andere Varianten über die Entstehung des Namens "Karpfenpfeifer" im Umlauf. Auch dem Schöpfer der Figur des Karpfenpfeiferbrunnens war noch eine andere Geschichte bekannt. Denn unsere Symbolfigur schaut nach oben und sein Mund zeigt die typische Pfeifstellung. Dazu kommt noch, dass in vergangenen Zeiten ein Karpfenschmaus nach vogtländischer Art einer der höchsten kulinarischen Genüsse für einen Zeulenrodaer war. Das setzte natürlich voraus, dass zahlreiche Stadtbewohner Teichbesitzer waren und Karpfen zogen. Im Monat Oktober begann dann das Abfischen der Teiche - die so genannte Karpfenernte.

Dies hatte dann zur Folge, dass unter den Teichbesitzern und ihren Bekannten die Fischzüge heftig diskutiert und gefeiert wurden.

Bei einer sonntäglichen Frühschoppenrunde, im Löwenkeller mit gutem Zeulenrodaer Bier, gab es eines Tages eine große Diskussion über das Ergebnis der Abfischung. Jeder hatte die größten und die schönsten Spiegelkarpfen und den höchsten Zuwachs in diesem Jahr. Je länger die Stammtischrunde dauerte und je mehr Bier genossen wurde, desto größer wurden die Ergebnisse der Fischernte und jeder wollte am meisten glänzen. Bis der Meier, Wilhelm, der gerne aufschnitt und in der Stammtischrunde immer der "Größte" sein wollte, seinen Stammtischfreunden erzählte, er könne seinen Karpfen das Pfeifen lehren.

Das gab natürlich ein großes Hallo am Stammtisch und man schloss nach eingehender Beratung eine Wette ab. Nun, am nächsten Tag war es dem Wilhelm doch etwas komisch zumute, aber ein Schlitzohr, wie er war, dachte er "Mir wird schon bis nächsten Sonntag etwas einfallen". Am nächsten Sonntag traf sich nun die Stammtischrunde beim Wilhelm in der Wohnung, denn er sollte nun seinen pfeifenden Karpfen vorführen. Dieser in seiner Bedrängnis hatte sich folgendes ausgedacht. Er hatte einen Karpfen in einen Vogelbauer gesteckt - er selber saß am Tisch und pfiff dem Karpfen etwas vor. Als alle seine Kumpel in der guten Stube versammelt waren, erklärte er: "Schaut oben im Vogelkäfig ist mein Karpfen, seht Ihr, wie er sein Maul zum Pfeifen spitzt, das habe ich ihm schon beigebracht und jetzt lehre ich ihn das Pfeifen und das könnt Ihr dann nächste Woche hören".

Der Wilhelm hat natürlich gewusst, dass der Karpfen über seine Kiemen Sauerstoff aus dem Wasser entnimmt und jetzt außerhalb seines Elements nach "Luft" schnappt und dadurch sein Maul so formt, als pfiffe er.

Nun seine Stammtischbrüder würden wohl heute noch auf einen Pfiff warten, wenn sie noch am Leben wären. Natürlich machte dieses Stammtischgespräch schnell die Runde in Zeulenroda und der Region und war damit die Ursache des Spitznamens: "Der Karpfenpfeifer"

Aus alten Überlieferungen

 

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