
Der 9. März 1895 ist sein Geburtstag. Das Geburtshaus steht in der Greizer Straße in Zeulenroda. Als Sohn des Kaufmannes Friedrich Scheibe besuchte er die Volks- und die Realschule. Nach dem ersten Weltkrieg setzte er sein davor begonnenes Studium in München, auch an der Technischen Hochschule hier, und Jena unter anderem auch bei Professor Röntgen fort. 1923 promovierte er über das Thema der Hochfrequenz. Scheibe ging nach Berlin und bekam dort eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. 1928 ernannte man ihn zum Regierungsrat und er trat die Nachfolger des Laboratoriums-Vorstandes Prof. Gieba an. Seine Arbeiten bezogen sich auf Messungen kürzester Zeiten. Im gleichen Jahr hatte er festgestellt, dass ein Quarzkristall bestimmter Form, Größe und Reinheit, durch elektrischen Strom gereizt, in bisher unbekannte Schwingungen gerät. Diese Tatsache konnte die von ihm entwickelte komplizierte Anlage so ausnutzen, dass sich mit den von ihm konstruierten Quarz-Uhren im Laufe eines Jahres ein Fehler von höchstens einer halben Sekunde ergab. Dies schrieb ein Mitarbeiter, Herr Adelsberger, 1928 nieder.
Während des zweiten Weltkrieges verlegte er einen Teil seines Institutes nach hier in Räume der Volksschule. Als die Amerikaner im Juni 1945 Zeulenroda verließen, nahmen sie Scheibe mit seinen Mitarbeitern mit nach Heidelberg. Als die Physikalisch-Technische Bundesanstalt nach dem Kriege nach Braunschweig verlagert wurde, war Adolf Scheibe ein Mann der ersten Stunde. 1957 ernannte man ihn zum ordentlichen Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft und zum Professor an der Technischen Hochschule Carola Wilhelmina in Braunschweig. Am 20. April 1958 verschied Prof. Dr. Adolf Scheibe unerwartet in Berlin-Charlottenburg aus einem erfüllten Leben. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in Berlin.
Im städtischen Museum Zeulenroda ist die Vorderansicht der Quarzuhr zu besichtigen. Mit Akkumulatorenbatterie für die Betriebsspannung wird sie mit 150 Volt betrieben. Ausgerüstet ist sie mit einem Frequenzteller, einem Oszillator mit Trennstufe und Thermostatierungseinrichtung. Im Laufe eines Jahres ergibt sich noch heute durch die sensationelle Entwicklung von Professor Doktor Adolf Scheibe ein Fehler von höchstens einer halben Sekunde.
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